Schienenverkehr in Algerien Inhaltsverzeichnis Geschichte | Gegenwart | Literatur | Einzelnachweise | NavigationsmenüWebsite der Société Nationale des Transports Ferroviaires algériens (SNTF), "Infrastructure".

Schienenverkehr (Algerien)Schienenverkehr (Afrika)


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Der Schienenverkehr wurde in Algerien von einer Vielzahl privater Bahngesellschaften begründet und noch während der französischen Kolonialherrschaft weitgehend verstaatlicht. Heute werden die Eisenbahnen als Staatsbahn betrieben und in Algier entstehen ein Straßenbahn- und ein U-Bahn-Netz.




Inhaltsverzeichnis





  • 1 Geschichte

    • 1.1 Eisenbahn


    • 1.2 Städtische Nahverkehrssysteme



  • 2 Gegenwart

    • 2.1 Eisenbahn


    • 2.2 Straßenbahn


    • 2.3 Metro



  • 3 Literatur


  • 4 Einzelnachweise




Geschichte |



Eisenbahn |


Seit den 1830er Jahren gab es Überlegungen, auch in Algerien Eisenbahnstrecken zu errichten. Die ersten entstanden unter französischer Kolonialherrschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die 1853 gegründete Société civile des minerais et hauts-fourneaux de Karezas betrieb südlich von Annaba Bergbau und errichtete dafür die erste Eisenbahn in Algerien.[1]


Rechtliche Grundlage, um öffentliche Eisenbahnen zu errichten, war ein Dekret vom 8. April 1857, das vorsah, 1357 km Eisenbahnstrecken zwischen Constantine, Algier und Oran zu errichten. Im gleichen Jahr oder 1858 begann die französische Armee mit dem Bau einer Strecke von Algier nach Boufarik.


1860 wurde die private Compagnie des chemins de fer algériens (CFA) gegründet und erhielt die Konzession für eine normalspurige Strecke von Algier nach Blida. Das Unternehmen erhielt folgend weitere Konzessionen für die Strecken Oran–Sig und Constantine–Skikda. Insofern wurde das Dekret von 1857 geändert. Die Arbeiten an der Bahnstrecke Algier–Blida begannen mit Hilfe der französischen Armee am 11. Juli 1860. Am 8. September 1860 wurde sie eröffnet. Die beiden letztgenannten Strecken konnten aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten aber nicht errichtet werden. Vielmehr kam es 1863 zu einer Übernahme der CFA durch die Compagnie des chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée (PLM). Sie betrieb ihre in Algerien gelegenen Strecken unter der Bezeichnung PLM réseau d'Algérie.


1874 wurde die Compagnie franco-algérienne (FA) gegründet und erhielt die Konzession zum Bau einer Strecke von Arzew nach Kralfallah in der Spurweite 1055 mm. Damit entstand ein zweites Eisenbahnnetz in Algerien in dieser Spurweite. Neben diesen beiden Hauptspurweiten Algeriens, 1435 mm und 1055 mm, entstanden im Laufe der Zeit Eisenbahnen in den Spurweiten 1000 mm, 800 mm, 750 mm und 600 mm, zum Teil Inselbetriebe, die heute alle stillgelegt sind oder umgespurt wurden.


Nach der Gründung der Compagnie franco-algérienne (FA) entstanden weitere private Bahngesellschaften, wie die Compagnie des chemins de fer de Bône–Guelma et prolongements (BGP), die Compagnie des chemins de fer de l'Ouest algérien (COA) für Strecken im Westen Algeriens und die Compagnie des chemins de fer de l'Est algérien (CEA) für Ost-Algerien.


1875 gründete Charles Lartigue eine Eisenbahngesellschaft, um eine von ihm konzipierte Einschienenbahn zu bauen und zu betreiben. Die mit Maultieren betriebene Strecke von Oran nach Damnesne verkehrte von 1875 bis 1881.


1879 wurde erstmals die Möglichkeit untersucht, eine Bahnstrecke (chemin de fer transsaharien) zu bauen, die Algerien mit den französischen Kolonien südlich der Sahara verbinden sollte. Das Projekt wurde oft diskutiert, aber nie verwirklicht. Das Streckennetz in Algerien wurde in den 1870er und 1880er Jahren ständig ausgebaut, weiter teils mit 1435 mm und teils mit 1055 mm Spurweite. Ab 1885 kamen dann auch Konzessionen für Meterspur-Strecken hinzu. Von diesen ist heute keine mehr in Betrieb.


1898 kam es zur Gründung der Compagnie des chemins de fer algériens de l’État (CFAE), der ersten algerischen Staatsbahn, durch die Provinz Oran. Ihre erste Strecke wurde in 1055 mm errichtet.


1901 war Algerien wirtschaftlich selbständig geworden und seit 1904 gab es Bestrebungen, die Eisenbahn-Tarife in dem zersplitterten Eisenbahnsystem zu vereinheitlichen sowie private Bahngesellschaften staatlicherseits aufzukaufen und in die CFAE einzugliedern. Der Prozess zog sich bis 1922 hin, als auch die Strecken unter der Kontrolle der PLM durch die Staatsbahn übernommen wurden, die jetzt unter dem Namen Chemins de fer algériens de l’État (CFAE) firmierte und nun den überwiegenden Teil des Netzes in einer Hand vereinigte. In den folgenden Jahren wurden weiter kleinere Strecken und Trambahnlinien von der (CFAE) übernommen. Eine zweite staatliche Eisenbahngesellschaft war die Réseau oranais de l’État (ROE), die 1933 mit der CFAE fusionierte.


1938 wurde die Société nationale des chemins de fer français (SNCF) gegründet, in der auch die CFAE aufging. 1939 wurde in diesem Rahmen ein Office des chemins de fer français en Algérie gegründet, das das Monopol für den Eisenbahnbetrieb in Algerien innehatte.


Am 16. Mai 1963 wurde nach der Unabhängigkeit Algeriens die Société nationale des chemins de fer algériens (SNCFA) als nationale Eisenbahngesellschaft für Algerien gegründet. Der algerische Staat war Mehrheitseigner. Am 25. März 1976 wurde die SNCFA in drei Gesellschaften aufgespalten:
Die Société nationale des transports ferroviaires algériens (SNTF) für den Transport, die Société nationale chargée du renouvellement et de l'extension du réseau (SNERIF) für den Bau und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur und die Société d'engineering et de réalisation d'infrastructures ferroviaires (SIF) für deren Betreuung und Modernisierung. Beide Gesellschaften gingen später in der SNTF auf. Die SNTF hat das Monopol für den Eisenbahnbetrieb in Algerien.


2005 entstand die Agence nationale d’études et de suivi de la réalisation des investissements ferroviaires (ANESRIF), um eine Reihe von Neubauprojekten umzusetzen, die der Zehnjahresplan von 2003 vorsah. Dazu zählt auch die Umspurung der Bahnstrecke Blida–Béchar auf Normalspur und die weitere, umfangreiche Elektrifizierung des Streckennetzes.



Städtische Nahverkehrssysteme |


1875 wurde eine Gesellschaft konzessioniert, um in Algier und Umgebung eine Pferdestraßenbahn zu errichten. Ab 1891/92 folgte der Bau einer Dampfstraßenbahn in der Spurweite 1055 mm, mit der Elektrifizierung wurde 1896 begonnen. 1898 wurde dann auch eine elektrische Straßenbahn für Oran konzessioniert. Beide Systeme bestehen nicht mehr. In Algier wurde mit französischem Knowhow ein neues Straßenbahnsystem wieder aufgebaut.



Gegenwart |



Eisenbahn |


Das Streckennetz der SNTF umfasst zwei Spurweiten, das normalspurige Netz ist zu etwas mehr als 10 % elektrifiziert[2]


















Spurweite
gesamt
genutzt
elektrifiziert

Normalspur (geplant)
3227 km (3683 km)
3150 km (3606 km)
386,3 km (499 km)

1055 mm
1089 km

0660 km
0 km
Gesamt (geplant)
4316 km (4772 km)
3810 km (4266 km)
386,3 km (499 km)


Straßenbahn |


Am 8. Mai 2011 wurde wieder eine Straßenbahn in Algier (Tramway d'Alger) in Betrieb genommen.




Metro |



Am 31. Oktober 2011 wurde in Algier eine erste Metrolinie eröffnet. Sie verbindet den Süden der Stadt über 10 Bahnhöfe mit dem Stadtzentrum. Errichtet wurde sie von einem Konsortium unter der Führung von Siemens. Betreiber ist Entreprise Metro d’Algier.[3]



Literatur |


  • Neil Robinson: World Rail Atlas. Volome 7: North, East and Central Africa. 2009.


Einzelnachweise |



  1. Robinson, S. 4.


  2. Website der Société Nationale des Transports Ferroviaires algériens (SNTF), "Infrastructure". Abgerufen am 8. März 2011 (französisch). 


  3. siem: Metro Algier in Betrieb. In: Eisenbahn-Revue International 12/2011, S. 610.


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